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Myopie Basics

Basiswissen zum Myopie-Management

Unabhängig davon, ob und wie stark sich die weltweite Zunahme der Myopie in Deutschland und Europa bemerkbar macht: kurzsichtige Kinder und fortschreitende Myopien wird es auch hierzulande immer geben. Heutzutage haben wir das Wissen und die Korrektionsmöglichkeiten, hochgradige Myopien in ihrer Entwicklung zu bremsen und auf diese Weise Augenerkrankungen im Alter zu vermeiden. Das funktioniert nicht immer, sollte aber immer versucht werden!

Topcons Vision ist es, Augenspezialisten durch die Ausstattung mit intelligenten und effizienten Technologien für eine verbesserte Augengesundheitsvorsorge auszustatten. MYAH bildet das Selbstverständnis Topcons gut ab, er sorgt dafür, das Augenoptiker und Optometristen mit der sich ständig wandelnden Gesundheitsbranche Schritt halten und mit neuen Dienstleistungen die Erwartungen der Kunden und Patienten erfüllen können.

Den Launch von MYAH hat Topcon Healthcare zum Anlass genommen, das Myopie-Management und die neuen Möglichkeiten des Augenoptikers gründlich unter die Lupe zu nehmen. In dieser Newsletterserie nähern sich anerkannte Experten dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen. Heute erhalten Sie Teil 1 der Serie und damit das Basiswissen über die Myopiekontrolle und einige Gründe, warum Sie sich damit beschäftigen sollten.

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Status Quo

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Technologien und Gründe für ein Myopie-Management

Die Prognose des australischen Brien Holden Institutes und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist so eindeutig wie besorgniserregend: Mitte dieses Jahrhunderts wird jeder zweite Mensch kurzsichtig sein. In 30 Jahren könnte es demnach nahezu doppelt so viele Kurzsichtige auf der Erde geben wie im Jahr 2010. Angesichts einer weiteren Beobachtung wird diese Aussicht noch einmal dramatischer: Mit der Zahl der Myopen steigt auch die Zahl der hochgradigen Myopien, also jene Kurzsichtigkeiten, die viele Jahre später zu ernsthaften Augengesundheitsproblemen bis hin zur völligen Erblindung führen können. Das liegt letztlich auch daran, dass Kurzsichtigkeiten aufgrund von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen immer früher beginnen und somit schlichtweg auch mehr Zeit haben, sich vollends zu entwickeln. Gründe, warum eine Kontrolle der Myopie und die entsprechende Dienstleistung für Augenoptiker und Optometristen in den Fokus rücken sollten.

Es gibt Menschen, die das Problem für Deutschland und Europa etwas herunterspielen – und beim Blick auf die nackte Statistik, könnte man auch glauben, sie haben Recht. In Deutschland und seinen Nachbarländern sind die Zahlen nicht so alarmierend wie beispielsweise in Asien, und es gibt auch keine Epidemie. Die Myopie-Entwicklung in Asien und speziell in China im Vergleich zu der in Deutschland stellen wir ausführlich an dieser Stelle vor.  Denn auch hierzulande steigen die Zahlen. Derzeit ist laut Pro Retina in Deutschland schätzungsweise jeder Vierte kurzsichtig. Von den Grundschulkindern sind aktuell rund 15 Prozent kurzsichtig, diese Rate steigt allerdings mit zunehmendem Alter der Schulkinder stetig an, am Ende der Schullaufbahn sind es bereits rund ein Drittel. Aber auch unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Myopen, ist die infrage kommende Zielgruppe für ein Myopie-Management klar definiert: Bei jedem Kind mit einer einsetzenden Kurzsichtigkeit muss geklärt werden, ob es sich um eine progressive Myopie handelt, deren Folgen mit geeigneten Maßnahmen abgebremst werden könnte.

Es ist davon auszugehen, dass mit der zunehmenden Digitalisierung auch und gerade im Schulwesen die Zahl der Kurzsichtigen mit fortschreitenden Myopien in Deutschland weiter steigen wird. Seit Langem ist bekannt, dass die Gefahr einer Zunahme der Kurzsichtigkeit bei einer familiären Vorbelastung deutlich größer ist. Der Berufsverband der Augenärzte sagt zum Beispiel, dass der Anteil der Myopen auf 60 Prozent ansteige, wenn beide Elternteile kurzsichtig sind. Zum Vergleich: Wenn nur ein Elternteil kurzsichtig ist, betrage diese Quote 30 Prozent. Die Genetik ist aber nicht der Grund für den weltweit rasanten Anstieg der Kurzsichtigkeit. Die Verantwortung hierfür tragen unter anderem die vermehrte und vornehmlich digitale Naharbeit und ein im Gegensatz zu früher anderer Lebensstil der Kinder mit weniger Freizeit draußen im Tageslicht. Der Zusammenhang zwischen Myopie-Entwicklung und Smartphone- beziehungsweise Tabletnutzung ist offensichtlich, was für die Entwicklung der Myopie in Deutschland im Zuge der bevorstehenden Digitalisierungsmaßnahmen in der Schule ein durchaus wichtiger Aspekt wird.

 

Myopie-Management ist Gesundheitsvorsorge

Es ist unstrittig, dass eine Myopiekontrolle – wahlweise Myopie-Management oder Myopie-Prävention genannt – eine Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche darstellt und schon heute für Augenoptiker und Optometristen eine mögliche Dienstleistung und ein Alleinstellungsmerkmal am Markt ist. Wir werden in den kommenden Newslettern sehr gezielt auf die Chancen und Möglichkeiten eines Myopie-Managements eingehen und deren Aufbau im Betrieb erläutern. Und wir möchten dabei allgemein noch einmal die optometrischen Dienstleistungen und deren Auswirkungen – beispielsweise auf den Umsatz und die Kundenbindung – sprichwörtlich unter die Lupe nehmen. Und natürlich gehen wir als Topcon Healthcare auch auf die entsprechenden Technologien ein, die Sie in die Lage versetzen, ein verantwortungsbewusstes Myopie-Management aufzubauen.

Regina Otto, Head oft Product Management, kennt die Zahlen, die Notwendigkeit und auch die Erwartungen der Verbraucher, dass Augenoptiker sich diesem Thema annehmen sollten. Topcon Healthcare stellt zwar stets den Netzwerkgedanken ganz nach vorne, möchte aber als Hersteller innovativer Technologien natürlich den Augenoptikern alle Werkzeuge an die Hand geben, um eine Myopie-Kontrolle anbieten zu können. „Die wachsende Zahl der Kurzsichtigen und die ebenfalls stetig steigenden Beschwerden über Trockene Augen haben uns gute Gründe geliefert, ein Produkt auf den Markt zu bringen, um diesen Entwicklungen zu begegnen. Topcon setzt dabei sowohl auf bewährte Technologien als auch auf neue Ideen, um diese effizient einzusetzen. MYAH dient der Vereinfachung und der genauen Ermittlung und Bewertung reproduzierbarer Daten. Letztlich lädt MYAH auch zur Zusammenarbeit der Akteure in der Augengesundheitsversorgung ein und bildet so die Philosophie Topcons eins zu eins ab“, sagt Otto. Mehr Informationen zu dem neuen Gerät MYAH erhalten Sie HIER.

 

Tätigkeitsfeld, Beratung und Betreuung

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Myopie muss nicht korrigiert, sondern betreut werden

Früher wurden Kurzsichtigkeiten gemessen und korrigiert. Dabei war im Zusammenhang mit Kindern eine Unterkorrektur der Myopie die einzige Einflussnahme auf deren Entwicklung. Mit dem heutigen Wissen, der verfügbaren Messtechnologie und den Korrektionsmöglichkeiten ist es nicht mehr angebracht, eine Kurzsichtigkeit auf diese Weise zu korrigieren. Vielmehr sollten Augenoptiker Myopien beobachten, kontrollieren – sie können sie in Zusammenarbeit mit einem Augenarzt auch begleiten und mit den richtigen Hilfsmitteln behandeln.  

Die standardmäßige Korrektur einer Myopie mit Einstärkengläsern hat zur Folge, dass der Brennpunkt auf der Makula liegt und eine periphere hyperopische Defokussierung der Abbildungsebene hinter der Netzhaut entsteht. Das treibt das Wachstum des Auges voran – das ist lange bekannt und deswegen war eine Unterkorrektur zeitweise ein Mittel der Wahl. Bei einer fortschreitenden Myopie hält eine Vollkorrektion kaum länger als sechs oder zwölf Monate; eine zusätzliche Unterkorrektion mindert die Sehleistung erheblich und bringt in einem solchen Fall vermutlich athenoptische Beschwerden mit sich. Heute gilt, dass die Sehleistung in Schule und Freizeit gezielt beobachtet und die Augen regelmäßig kontrolliert werden müssen. Eine verantwortungsvolle Myopiekontrolle sieht zudem vor, dass eine myopische Defokussierung induziert wird, die die Abbildungsebene vor die Netzhaut schiebt.

Glücklicherweise gibt es heutzutage einige Korrektionsmöglichkeiten, die bereits Erfolge nachweisen können und sich als Wachstumshemmer für das Auge im Zuge einer Myopiekontrolle empfehlen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie angewendet werden müssen, wenn sich das Auge noch im Wachstum befindet und man die Myopie bestenfalls noch abbremsen oder gar stoppen kann. Die moderne Technologie macht es möglich, eine progressive Kurzsichtigkeit zu erkennen und zu beobachten, so dass heute bei Kindern und Jugendlichen die richtigen Maßnahmen ergriffen werden können.

 

Die Beratung: ein wichtiges Tätigkeitsfeld

Ein extrem wichtiges Tätigkeitsfeld des Augenoptikers und Optometristen ist hierbei die Beratung. Die Kommunikation mit einfachen Erklärungen ist für die Eltern Gold wert. Eltern und Kind müssen das Problem erkennen und die Spätfolgen begreifen, sie müssen auch die Einschränkungen und die Vorteile der unterschiedlichen Therapien erklärt bekommen und letztlich auch wissen, dass sich manche Myopien trotz der Therapie ungehemmt weiter entwickeln. Myopie-Management erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, angefangen bei der Beratung zum Lebensstil (weniger Zeit am Tablet, mehr Zeit draußen im Freien!) muss die Betreuung individuell auf den Kunden und Patienten abgestimmt werden. Auf den Aufbau eines Myopie-Managements im augenoptischen Betrieb gehen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch gezielt ein und haben dafür in Pascal Blaser (u.a. Initiator von Myopia Care und den WebiNights zur Myopie-Prävention) einen anerkannten Experten gewonnen.

Die Beratung der Eltern und des Kindes/Jugendlichen ist die eine Sache, die zweite Herausforderung ist, die Myopie-Entwicklung abzuschätzen und eine geeignete Strategie zu finden. Das wird nicht beim ersten Termin oder nach einer ersten Messung möglich sein. Augenspezialisten haben die Pflicht, nicht nur für die perfekte Sicht zu sorgen, sondern auch Augenerkrankungen zu verhindern. Ein Myopie-Management erfolgt auch deswegen bestenfalls in intensiver Zusammenarbeit mit einem Augenarzt, und es beginnt mit der Kompetenz, zu erkennen, ob eine weitere Kontrolle überhaupt sinnvoll ist. Neben dem erforderlichen Fachwissen ist hier die  moderne Technologie hilfreich, die eine einfache und exakte Bestandsaufnahme und einen Vergleich der Messdaten in regelmäßigen Abständen ermöglicht. Denn ob es sich um eine fortschreitende Myopie bei dem jungen Kunden handelt, zeigt sich frühestens nach seinem halben Jahr.

 

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Therapien, Spätfolgen, Vorbeugung

Fakten und Empfehlungen

Die Spätfolgen einer zu hohen Myopie sind mittlerweile bekannt. Aber das Wissen um die Ursache einer Augenerkrankung macht diese nicht weniger dramatisch. Es gibt ein paar einfach zu merkende Fakten und es gibt ebenso schlicht umzusetzende Empfehlungen bei einer einsetzenden Myopie. In Kurzform haben wir beides noch einmal zur Erinnerung zusammengestellt.

Die häufigste Form der Kurzsichtigkeit ist die in der Schulzeit einsetzende, die im Erwachsenenalter bis zu – 6,0 Dioptrien erreichen kann. Das hat meistens bereits zur Folge, dass sich der Augapfel deformiert. Schon bei Kurzsichtigkeiten bis -3,0 Dioptrien ist das Risiko von Netzhautlöchern und Netzhautablösungen statistisch gesehen erhöht. Je höher die Myopie, desto größer ist die Gefahr, aufgrund eines erhöhten Augeninnendrucks einen Glaukom zu bekommen oder eine frühe Linsentrübung und damit einen Katarakt. Bei Werten von über – 6,0 Dioptrien besteht zudem die Gefahr, dass Veränderungen an der Makula auftreten können.

Die Liste der Netzhauterkrankungen in Folge einer starken Myopie ist lang. Die myopische Retinopathie ist dabei mittlerweile die siebthäufigste Erblindungsursache in Europa und den USA. Grundsätzlich verändern sich die Gewebeschichten rund ums Auge, wenn das Auge zu stark wächst. Lederhaut und Aderhaut dünnen sich aus, und auch die Netzhaut wird dünner, so dass das Risiko degenerativer Veränderungen steigt. Die Folgen sind bekannt, sie sind irreversibel und für die Betroffenen und deren Umfeld dramatisch.

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Kurzsichtigkeit muss nicht krankhaft werden

Kinder, die eingeschult werden, arbeiten fortan viel häufiger und länger im Nahsichtbereich. Das hat zur Folge, dass das Auge zu diesem Zeitpunkt oft beginnt, zu schnell zu wachsen. Doch mittlerweile ist es wissenschaftlich belegt, dass eine Kurzsichtigkeit keineswegs krankhaft werden muss. Es gibt einige Empfehlungen, die Eltern berücksichtigen können. So sollten sie zum Beispiel für eine gute Beleuchtung beim Lesen oder bei der Computerarbeit sowie für regelmäßige Pausen sorgen. Hier wird häufig die aus Taiwan stammende „30/10-Regel“ genannt: Sie besagt, die Naharbeit nach einer halben Stunde für jeweils zehn Minuten zu unterbrechen. Außerdem sollte ein Lese-/Arbeitsabstand von mindestens 30 Zentimetern eingehalten und möglichst wenig Zeit mit digitalen Geräten und stattdessen viel Zeit draußen bei Tageslicht verbracht werden.

Nicht bei jedem kurzsichtigen Kind und Jugendlichen zeigt sich darüber hinaus mit den zur Verfügung stehenden Korrektionsmitteln  ein Effekt, manche Myopie lässt sich nicht abbremsen! Es muss aber auch nicht jedes kurzsichtige Kind sofort und speziell versorgt werden. Ein verantwortungsvolles Myopie-Management beginnt mit der Kompetenz, erkennen zu können, ob eine Kontrolle und die dafür geeigneten Maßnahmen sinnvoll sind. Ob es eine progressive Kurzsichtigkeit bei dem jungen Kunden gibt, zeigt sich frühestens nach einer weiteren Prüfung sechs Monate nach der ersten. Dann ist auch der Zeitpunkt gekommen, an dem Empfehlungen in die Tat umgesetzt werden können, sofern Eltern und Kind dazu bereit sind.

 

MYAH

Myopiekontrolle und -therapie

Das Fachwissen vorausgesetzt braucht es für ein erfolgreiches Myopie-Management die auf diesen Seiten genannten vielversprechenden Korrektionsmöglichkeiten sowie verlässliche und einfach zu bedienende Messinstrumente. MYAH hat alle nötigen Werkzeuge für die Myopiekontrolle an Bord und bietet darüber hinaus als Hornhauttopograph alle Mess-Möglichkeiten für die Kontaktlinsenanpassung inklusive Keratokonus-Screening und Pupillometrie. Abgerundet mit den Funktionen zur Erkennung und möglichen Behandlung eines Trockenen Auges wird MYAH zu einem äußerst effizienten und wertvollen Messinstrument in der Augengesundheitsvorsorge und -therapie.

Augenoptiker und Optometristen können MYAH bei der Kontaktlinsenanpassung, zur Myopiekontrolle oder bei einem Keratokonus nutzen. MYAH ermöglicht zudem die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Augenarzt und Augenoptiker, die bei einem Myopie-Management zwingend ist, nicht zuletzt da Atropin in der Therapie vieler Studien nach als unverzichtbares Mittel im Myopie-Management gilt. Ob Augenarzt oder Augenoptiker, wichtig für beide sind die richtigen Analyse-Hilfsmittel, um seriös beurteilen zu können, ob es sich um eine fortschreitende Myopie handelt und Maßnahmen dagegen ergriffen werden müssen. Mit MYAH wird die Refraktionsbestimmung um einen Screeningtest ergänzt, der die axiale Augenlänge misst: Eine stetige Längenänderung bei Kindern ist ein Indikator für die progressive Myopie. Diese wesentlichen Daten lassen sich wie die Hornhauttopographie und die Pupillometrie schnell und einfach erfassen, speichern und zu einem späteren Zeitpunkt mit neuen Messungen vergleichen.

 

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Bewährte Technologie

Die eingesetzte Technologie hat sich bereits im Aladdin-Biometer von Topcon Healthcare bewährt. Sie macht ein gezieltes Myopie-Management und die Entscheidung der bestmöglichen Behandlungsmethoden der progressiven Myopie möglich. Die Messung der Pupillenzentrierung und des Pupillendurchmessers ist eine großartige Unterstützung. Und mit der in MYAH hinterlegten Datenbank von konventionellen und Ortho-K-Linsen lässt sich zudem die Zahl der Testlinsen bei der Anpassung reduzieren, Sie sparen wertvolle Zeit. Außerdem macht die Fluorescein-Simulation die Anpassung für alle Kunden angenehmer und die Exportfunktion für die Topographiedaten die Bestellung der Kontaktlinsen leichter und weniger anfällig für Fehler.

Die Funktionen von MYAH für das Myopie-Management kommen naturgemäß eher für Kinder in Betracht. Die Hilfs- und Bordmittel zur Beurteilung eines Trockenen Auges schaffen dagegen meist den Eltern mehr Lebensqualität. MYAH misst die Menge des Tränenfilms und analysiert die Tränenfilmqualität. Neben der Lidschlagfrequenz lassen sich die Höhe des Tränenmeniskus und die Aufreißzeit des Tränenfilms (NIBUT-Test) bestimmen und die reale Fluorescein-Bildgebung veranschaulicht eventuelle Hornhautaberrationen zwischen den Lidschlägen durch eine Videoaufnahme und -prüfung. Die Analyse der Meibomdrüsen rundet die exakte Beurteilung eines möglicherweise Trockenen Auges in kürzester Zeit ab.

Platzsparend und intuitiv zu bedienen

Die vielfältigen Messungen und Möglichkeiten rund um das Erkennen einer progressiven Myopie und eines Trockenen Auges lassen beinahe vergessen, dass MYAH mit seinen vielen Funktionen für die Hornhauttopographie ein Alleskönner im Betrieb des Augenoptikers ist. Die intuitive Bedienung machen MYAH zu einem benutzerfreundlichen Messinstrument, das leicht in jeden Arbeitsablauf und wegen seiner kompakten Bauweise platzsparend in jeden Raum zu integrieren ist. Die Vielseitigkeit modernster Technologie zeigt sich auch beim Export der Messergebnisse über unterschiedliche Schnittstellen – so kann MYAH zu einem Meilenstein in der interdisziplinären Gesundheitsversorgung werden.

Korrektionsmöglichkeiten

Kombination und Zusammenarbeit führen zum Erfolg

Es gibt einige Ungewissheiten und Einschränkungen für Betroffene, die eine Myopiekontrolle beginnen. Eltern und Kind müssen von Beginn an realistische Vorstellungen haben, sie müssen den Erfolg der Maßnahmen einschätzen können und wissen, dass sich auch letztlich gar kein Erfolg einstellen kann. Eine offene und einfache Kommunikation kann die Erwartungen an die Behandlung steuern. Die Eltern sollten dabei auch das Risiko für das Kind kennen, wenn sie sich jetzt gegen ein Myopie-Management entscheiden.

Genauso offen und immer auf die Bedürfnisse und individuellen Anforderungen des Betroffenen gerichtet, müssen die Korrektionsmethoden angesprochen und ausgewählt werden. Glücklicherweise gibt es heutzutage mehrere Optionen, die ihre Praxistauglichkeit bereits bewiesen haben. Neben den technologischen Möglichkeiten, eine fortschreitende Myopie zu erkennen und zu beobachten, sind die Fortschritte und vor allem das heutige Wissen um die Wirkungsweisen der unterschiedlichen Hilfsmittel ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Maßnahmen.

Derzeit stehen drei Möglichkeiten zum Management einer Myopie zur Verfügung, eine vierte wird zukünftig vermutlich eine Hauptrolle einnehmen.  Die unterschiedlichen Therapieansätze führen vor allem kombiniert mit der vielversprechenden Atropin-Therapie zum Erfolg; die enge Zusammenarbeit mit einem Augenarzt ist alleine schon deswegen angezeigt. Denn Atropin darf natürlich nur vom Augenarzt verabreicht werden, auch wenn es in einer sehr geringen Dosis verwendet wird.

 

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Die relevaten Korrektionsmethoden zur Myopiekontrolle

Weiche multifokale Kontaktlinsen

Mehrstärken-Kontaktlinsen (mit dem Fernbereich im Zentrum) werden schon seit geraumer Zeit bei der Myopie-Prävention verwendet. Ihre Wirkung ist durch mehrere Studien belegt. Und es hat sich auch deutlich gezeigt, dass die meisten Kinder keine Probleme mit der richtigen Handhabung der Kontaktlinsen haben und ihnen auch das Auf- und Absetzen keine Schwierigkeiten macht.

Ortho-K-Kontaktlinsen

Ortho-K-Kontaktlinsen für die Nacht bieten verschiedene Vorteile und sind in unterschiedlichen Ausführungen als individuelle Linsen erhältlich. Bei Bedarf können die Linsen auch von den Eltern auf- und abgesetzt werden. In der Nacht korrigieren sie nicht nur die vorhandene Kurzsichtigkeit, sondern reduzieren durch die induzierte Formveränderung der Hornhaut auch das Fortschreiten der Myopie. Zudem können die Kinder tagsüber ohne Korrektion ihren Alltag bestreiten.

Brillengläser

Die derzeit von den Brillenglasherstellern angebotenen Gläser zur Myopiekontrolle haben nachweislich noch einen zu geringen Effekt und werden von den Augenspezialisten noch nicht als erste Wahl der Korrektion angesehen. Doch das könnte sich mit neuen Produkten schnell ändern, die zukünftig erhältlich sein werden. Denn Brillengläser sind insbesondere bei Kindern das präferierte Korrektionsmittel: Mit einem erfolgsversprechenden Brillenglas wird das Thema Myopie-Prävention einen noch größeren Stellenwert im augenoptischen Betriebsalltag einnehmen.

Atropin

Atropin hat in Studien vielversprechende Ergebnisse gezeigt und wird bereits in der Praxis in einer Dosierung von 0,01 Prozent erfolgreich eingesetzt. In dieser Dosierung treten die bekannten Nebenwirkungen (u.a. Photophobie, verringerte Akkommodation) seltener und schwächer auf. Atropin wird von den ophthalmologischen Verbänden zur Myopiekontrolle empfohlen und kann zusätzlich zu den oben angeführten optischen Korrektionsmitteln verwendet werden. Eine Kombination mit optischen Hilfsmitteln verspricht in den meisten Fällen den besten Erfolg. Natürlich darf Atropin in Deutschland nur vom Augenarzt verabreicht werden.

 

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MYAH ist das perfekte Instrument zur Kombination von Screenings für Myopie und Trockenes Auge. Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne.

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