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Trockenes Auge

Trockene Auge ist noch mehr als die Myopie auf dem Weg, zu einer Volkskrankheit zu werden

Mit Augenscreenings Umsatz generieren

Wenn man in die Branche blickt, dann ist dort seit einigen Jahren sehr viel über Optometrie zu hören. Natürlich liegt das auch daran, dass es immer mehr Optometristen in der Augenoptik gibt. Augenoptiker und Optometristen eint, dass sie bislang ihren hauptsächlichen Umsatz mit dem Verkauf von Brillen gemacht haben. Das wird sich ändern – glaubt man den Expertenstimmen aus der Branche. Die Entwicklung ist nicht mehr zu übersehen: Auch wenn die Brille ein beträchtlicher Umsatzbringer bleiben wird, werden optometrische Dienstleistungen zum zweiten Standbein, das viele Vorteile im Wettbewerb mit sich bringt und auch Umsatz generiert.

Ein für manche Augenoptiker neues Tätigkeitsfeld haben wir auf dieser Website ausführlich vorgestellt: Das Myopie-Management ist alleine schon wegen der Entwicklung der Kurzsichtigkeit eine sehr sinnvolle Dienstleistung. Zudem hat die Wissenschaft neue Erkenntnisse rund um die Kurzsichtigkeit und neue Korrektionsmethoden auf den Weg gebracht. Und die fortschreitende Technologie hat einen Weg gefunden, eine Myopie-Kontrolle schnell, einfach, sicher und exakt für Augenoptiker und Optometristen möglich zu machen, so dass sie sich auch um die jüngsten ihrer Kunden kümmern und auf diesem Wege der Gesundheitsvorsorge einen großen Dienst erweisen können.

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Nächsten Schritt in die Zukunft machen

Ganz ähnlich verhält es sich bei Screenings zum Trockenen Auge. Auch hier hat sich in den letzten Jahren das Fachwissen deutlich erweitert und verändert, auch hier versetzt die Technologie die Augenspezialisten in die Lage, sich dem Problem fachmännisch zu nähern. Das Trockene Auge ist noch mehr als die Myopie auf dem Weg, zu einer Volkskrankheit zu werden, etliche Millionen Menschen in Deutschland leiden an den Symptomen.

MYAH ist ein Alleskönner im optometrischen und augenoptischen Prüfraum. Die Tools rund um das Management einer Myopie und zur Bestimmung eines Trockenen Auges machen MYAH aber zu einem Instrument, mit dem der Augenoptiker den nächsten Schritt in die Zukunft machen kann. Für Topcon Healthcare ist die Entwicklung und der Launch von MYAH deswegen Anlass, neben dem Myopie-Management auch die neuen Möglichkeiten rund um die Versorgung eines Trockenen Auges gründlich unter die Lupe zu nehmen.

Die Basics

Es gibt unterschiedliche Definitionen eines Trockenen Auges, es gibt verschiedene Schreibweisen, es gibt zig Symptome und letztlich mindestes zwei Arten dieser Erkrankung des Tränenapparats und der Augenoberfläche. Der Augenoptiker und Optometrist sollte über das Trockene Auge schon deswegen Bescheid wissen, weil es Auswirkungen auf die Refraktionsbestimmung und den Visus des Kunden haben kann. Zudem muss er seine Kunden über Folgen oder auch über Behandlungsmöglichkeiten informieren können. Augenoptiker und Optometristen können zur korrekten Lidrandpflege informieren oder andere Therapien vorstellen. Sie können und sollten aber auch insbesondere zum Ausschluss von Folgeschäden durch das Trockene Auge den Kunden zum Besuch eines Augenarztes animieren. Und nicht zuletzt wird es immer wichtiger für Augenoptiker und Optometristen, ein Trockenes Auge erkennen und bestimmen zu können – gemäß ihrer stetig wichtiger werdenden Rolle in der Augengesundheitsvorsorge.

Das Trockene Auge (als feststehender Begriff auf dieser Website immer groß geschrieben) ist auch als Sycca Syndrom bekannt. Es gibt zwei Arten, die im weiteren Krankheitsverlauf auch zu einer Mischform werden können. Letztlich haben sie alle dieselben Lebensqualität mindernden Folgen: Eine nicht ausreichende Befeuchtung der Augenoberfläche, wodurch die Augenoberfläche beschädigt werden und entzündliche Prozesse entstehen können.

1. Art: Die hyposekretorische Form

Es wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, was zum Beispiel altersbedingt entstehen kann. Aber auch durch neurologische Erkrankungen oder Vernarbungen im Bereich der Tränendrüse und in Folge von systemischen Erkrankungen wie etwa einem Sjögren-Syndrom kann diese Art entstehen. Die Betroffenen klagen meist über gerötete und/oder müde Augen, Fremdkörpergefühl und Blendempfindlichkeit.

2. Art: Die evaporative Form

Diese Form des Trockenen Auges kommt häufiger vor. Manchmal wird die Benetzung der Augenoberfläche von einem herabhängenden Unterlid gestört. Öfter aber kommt es zu einer vermehrten Verdunstung des Tränenfilms trotz einer zunächst ausreichenden Produktion. Aufgrund eines zu geringen Fettanteils in den Tränen in Folge einer Funktionsstörung der Meibom Drüsen, verdunstet der Tränenfilm schneller als gewöhnlich. Dadurch können die Lidränder wund werden, es können Entzündungszeichen auftreten. Häufig kommt es zu einer verstärkten Tränenbildung, besonders wenn die Augen zusätzlichen Reizen ausgesetzt sind wie beispielsweise Wind oder Rauch. Die Augen tränen, die Sehleistung kann teils erheblich eingeschränkt sein.

Noch einmal vereinfacht ausgedrückt zur Erinnerung: Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: Die Mikrovili direkt auf der Augenoberfläche „halten den Tränenfilm fest“. Die mittlere Schicht – die Muzinschicht – ist für die Stabilität des Tränenfilms verantwortlich. Und die in der Tränendrüse produzierte wässrige Schicht wird durch den Lidschlag auf dem Auge verteilt. Ihre Lipidschicht verhindert bei einem gesunden Auge die Verdunstung des Tränenfilms, sie wird in den Lidkanten gebildet.

Kunden machen sich über diese Zusammenhänge natürlich keine Gedanken, sie wissen mitunter gar nicht, dass ihre diffusen Beschwerden gelindert beziehungsweise im besten Fall beseitigt werden können. Mit der richtigen Beratung, der Erklärung von Zusammenhängen und der richtigen Einordnung von Symptomen kann der Augenoptiker und Optometrist zu einer besseren Lebensqualität seines Kunden beitragen.

Jeder Kunde kommt für ein Screening infrage

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Wie viele Menschen in Deutschland oder Europa an einem Trockenen Auge leiden, darüber kann niemand sicher Auskunft geben, nicht zuletzt weil viele Betroffene ihre Beschwerden noch nie haben abklären lassen. Das Trockene Auge geht mit einer Vielzahl von Wechselwirkungen einher, mindestens so viele Auslöser und begünstigende Faktoren für ein Entstehen gibt es im Alltag. In den letzten Jahren ist das Wissen und das Verständnis durch die Wissenschaft extrem erweitert worden. So kann man davon ausgehen, dass die Zahl der Betroffenen in Deutschland einen zweistelligen Millionenwert erreicht, manche Statistiken sprechen gar von einem Drittel Erkrankter in der Bevölkerung.

Unter Kontaktlinsenträgern ist die Quote noch höher, jeder zweite trägt seine Kontaktlinsen zunächst immer weniger, dann kaum noch und schließlich gar nicht mehr. Möglicherweise ist der statistische Wert aber gerade bei Kontaktlinsenträgern so hoch, weil deren Augen auf Herz und Nieren geprüft werden und sich dabei häufig der Verdacht auf ein Trockenes Auge ergibt?

Aussicht auf Management des Trockenen Auges

Die Messungen und Screenings sind es, die eine Aussicht auf ein Management des Trockenen Auges bieten und in vielen Fällen langfristige Linderung versprechen. Hochmoderne Technologie macht es heute einfach, schnell und leicht möglich, ein Trockenes Auge zu bestimmen. Früher war es dagegen äußerst schwierig, das subjektive Empfinden des Betroffenen mit Messungen zu beurteilen.

In der Hauptsache ist es der Lebenswandel unserer Gesellschaft, der das Trockene Auge in der nahen Zukunft zu einer regelrechten Volkskrankheit werden lassen könnte. Schon jetzt zeigt sich die Erkrankung immer häufiger auch bei jüngeren Leuten, auch in diesem Punkt zeigt die Digitalisierung ihre negativen Begleiterscheinungen. Denn die Nutzung digitaler Geräte nimmt ständig zu, und die generelle Zeit der Nutzung diverser Bildschirme ebenfalls. Zudem kommen immer weniger Arbeitsplätze ohne einen Bildschirm aus – und das Smartphone ist ohnehin immer griffbereit.

 

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So entsteht immer häufiger das sogenannte Office Eye Syndrom, bei dem der Lidschlag herabgesetzt ist. Jedem Augenoptikermeister und Optometrist begegnet die beschriebene veränderte Lidschlagfrequenz in ihrer Ausbildung: Statt zehn bis zwölf Mal blinzeln die Menschen an einem Bildschirm sitzend nur noch fünf bis sechs Mal. Der Tränenfilm reißt entsprechend auf, ein Lidschlag kann den Tränenfilm nicht mehr über die gesamte Augenoberfläche verteilen.

Neben der dauerhaften Bildschirmarbeit gelten Rauchen und konzentriertes Lesen als Katalysatoren. Im Gegensatz zum Zigarettenkonsum nimmt der von Medikamenten auffällig zu, und es gibt sehr viele Arzneimittel, die negative Wirkungen auf den Tränenfilm haben. Nicht zuletzt sind immer mehr Klimaanlagen in Büroräumen und Zuhause verantwortlich für das Entstehen eines Trockenen Auges; eine dauerhaft zu geringe Luftfeuchtigkeit in der persönlichen Umgebung zeigt schnell ihre Wirkung an den Augen und am Tränenfilm.

Zum digitalen Lebenswandel als einer der Hauptgründe für die steigenden Zahlen der Betroffenen gesellt sich der demographische Wandel. Bei älteren Menschen kann die Tränenfilmproduktion häufig reduziert sein. Zudem stehen Schadstoffe in der Luft im Verdacht, Auslöser für Trockene Augen zu sein.

Die Zielgruppe für ein Screening auf Trockene Augen ist also kaum begrenzt und wahrlich nicht nur unter den Kontaktlinsenträgern zu suchen. Eigentlich kommt jeder Kunde eines Augenoptikers und Optometristen für ein Screening infrage. Es gibt bereits heute viele Augenoptiker, die das Thema in jeder Anamnese vor der Refraktionsbestimmung ansprechen. Es ist erstaunlich, wie offen und geradezu dankbar die Kunden darauf reagieren.

 

Wann die Kunden ansprechen?

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Die Zielgruppe ist kaum einzugrenzen, denn das Trockene Auge betrifft viele Menschen: jeden Alters und immer häufiger junge Leute, Frauen öfter als Männer und sehr viele Kontaktlinsenträger. Für Augenoptiker und Optometristen kann es nur eine Frage sein, wann sie ihre Kunden auf die üblichen Symptome und Beschwerden ansprechen. Hierfür eignet sich natürlich die Anamnese hervorragend, vorausgesetzt der Augenoptiker ist durch sein angeeignetes Fachwissen in der Lage, die Antworten des Kunden entsprechend zu werten.

Es sind kurze und einfache Fragen, deren Antworten Hinweise auf die Wahrscheinlichkeit eines Trockenen Auges geben können. Bereits mit den folgenden vier Anregungen kann man herauszufinden, ob entsprechende Screenings und Messungen im Anschluss durchgeführt werden sollten. Die heute durch die fortschreitende Technologie möglich gewordenen Messungen dauern kaum länger als die kurze Befragung und geben Aufschluss, ob ein Trockenes Auge vorliegt. Sie dienen als Basis für die weitere Vorgehensweise.

Konkret könnte beim Kunden abgefragt werden, ob …

  • sich seine Augen (manchmal) unangenehm anfühlen
  • die Augen manchmal tränen.
  • das Sehen schwankt, insbesondere, wenn sich der Kunde in besonders trockenen Umgebungen aufhält
  • der Kunden Augentropfen verwendet

Topcon-Experte Christian Bartels ist Inhaber des Sehkompetenzzentrums Aschaffenburg. Der Optometrist hat eine „Dry-Eye-Sprechstunde“ eingerichtet, die sinngemäß den oben genanten Fragen auf den Grund geht. Anschließend erfolgt mithilfe moderner Screeningmöglichkeiten die Bestimmung, ob es sich tatsächlich um ein Trockenes Auge handelt. Die ausführliche Analyse ist sehr wichtig, um darauf aufbauend die richtigen Empfehlungen geben zu können. Hierzu ist neben der leistungsfähigen Technologie natürlich auch wieder das Fachwissen des Augenspezialisten nötig.

Instrument zur zweifelsfreien Erkennung

Um ein Trockenes Auge zweifelsfrei unabhängig von den subjektiven Schilderungen des Kunden erkennen zu können, steht heute in MYAH das passende Instrument zur Verfügung. Das Trockene-Auge-Tool des Alleskönners ermöglicht die nicht-invasive Bestimmung der Tränenfilmaufrisszeit (NIBUT), eine Meibographie mit Verlustanalyse, die Analyse der Tränenmeniskushöhe und eine Blinzelanalyse. Die reale Fluorescein-Bildgebung inklusive Videoaufzeichnung sowie die Videoüberprüfung der Aberrationen der vorderen Hornhaut zwischen dem Blinzeln runden die Funktionen von MYAH ab.

Mit den Bordmitteln von MYAH ist es intuitiv und schnell möglich, alle entscheidenden Faktoren für ein Trockenes Auge innerhalb kürzester Zeit zu erkennen. Das Screening kann leicht in die Sehanalyse eingebaut und als fester Bestandteil der Refraktionsbestimmung integriert werden. Schließlich beeinflusst ein schlechter Tränenfilm nicht nur die Verträglichkeit von Kontaktlinsen. Auch auf den Visus und die Refraktionsbestimmung wirkt er sich aus. Ein Augenoptiker, der sich den Tränenfilm seiner Kunden ansieht, punktet in mehrfacher Hinsicht: Er hat weniger Drop-Outs bei Kontaktlinsen, weniger Reklamationen bei Brillengläsern und eine höhere Kundenbindung dank seiner Expertentipps im Umgang mit den Beschwerden eines Trockenen Auges.

Bei Christian Bartels in Aschaffenburg nutzen nicht nur die Stammkunden die Sprechstunde zum Trockenen Auge. Für 79 Euro erhalten auch Kunden anderer Augenoptiker eine Verdachtsbefundung und eine Beratung samt Tipps zu den nötigen Änderungen des persönlichen Lebensstils und diverser Gewohnheiten. Bartels kennt die Sprays und Tropfen, die Linderung versprechen, er hat einen direkten Draht zu einem Apotheker und zu Augenärzten.

Für das Netzwerk rund um das Dienstleistungsangebot Screening auf Trockenes Auge steht wie beim Screening selbst für Topcon-Kunden eine herausragende Technologie zur Verfügung, die das interdisziplinäre Arbeiten im Kunden- und Patientensinne perfektioniert. Die Systemlösung Harmony unterstützt Messinstrumente wie MYAH und damit verbundene neue Tätigkeiten von Augenoptikern optimal, sie macht das Augengesundheits-Netzwerk der Zukunft bereits heute in modernen Betrieben und Praxen möglich.

Tätigkeitsfeld mit Zukunft!

Das Fachwissen bezüglich Trockener Augen ist dank der Wissenschaft in den vergangenen Jahren nicht nur mehr, sondern auch fundierter geworden. Zeitgleich hat sich die Technologie rasant entwickelt, sodass ein Trockenes Auge einfacher, schneller und auch exakter als früher bestimmt werden kann. Wie beim Myopie Management kann das Trockene Auge dank moderner Instrumente ohne großen Aufwand erkannt werden, und auch die Erfolge einer sich anschließenden Behandlung sind einfacher überprüfbar.

Der demografische Wandel spielt auch beim Trockenen Auge eine Rolle, denn bei älteren Menschen tritt vor allem die hyposekretorische Form auf, bei der nicht mehr genügend Tränenfilm produziert wird. Und wie bei anderen optometrischen Dienstleistungen auch, ist es für den Kunden extrem angenehm, sich bei seinem Besuch beim Augenoptiker in Sachen Augengesundheitsvorsorge etwas Gutes zu gönnen. Zumal viele der Betroffenen erst auf Ansprache die Symptome und die damit verbundenen Einschränkungen richtig realisieren beziehungsweise erfahren, dass man dagegen etwas unternehmen kann.

Dem prognostizierten Mangel an Augenärzten – zumindest in bestimmten Regionen – auf der einen Seite, stehen die zunehmenden Fälle von Trockenen Augen auf der anderen Seite gegenüber. Auch hier zeigt die digitale Gesellschaft ihre Nebenwirkungen, denn gerade Bildschirmarbeit begünstigt die Entstehung eines Trockenen Auges. Die für ein Screening infrage kommende Zielgruppe wird also zukünftig größer, und die Erwartung des Kunden, dass sich der Augenoptiker seinem Augenpoblem annimmt, wächst mit.

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Als Experte in den Köpfen seiner Kunden positionieren

Die optometrische Dienstleistung „Screening auf Trockenes Auge“ birgt für den Augenoptiker eine große Chance, sich als Experte in den Köpfen seiner Kunden zu positionieren und sich damit vom Wettbewerber und anderen Konzepten abzugrenzen. In weniger als zehn Jahren – so die Branchenexperten – wird das Tätigkeitsfeld eines Augenoptikers ein eher optometrisches sein. Schon heute werden die zusätzlichen Dienstleistungen von den Kunden geschätzt und die Kosten entsprechend getragen.

Und es gibt auch heute schon gute Gründe, sich um den Aspekt Trockenes Auge bei seinem Kunden zu kümmern: Bei einem Trockenen Auge besteht immer eine erhöhte Infektionsgefahr und häufig eine Mangelversorgung der Hornhaut, da der Tränenfilm sie nicht mehr ausreichend und flächendeckend mit Nährstoffen versorgen kann. Diese Schädigungen der Augenoberfläche können den Tränenfilm sogar noch instabiler machen.

Kontaktlinsenkunden sind nicht nur anfällig für ein Trockenes Auge, sie sind auch im Falle des Eintretens die erste Kundengruppe, die nicht mehr weiter kauft. Die Technologie macht es auch hier möglich, das Screening leicht und ohne Aufwand in die Anpassung zu integrieren. Sinnvollerweise sollte es auch Bestandteil der Refraktionsbestimmung werden, die ohnehin heutzutage mehr eine Sehanalyse geworden ist.

Kurz: Das Wissen und die Technologie rund um ein Trockenes Auge stehen heute zur Verfügung, die Zahl der Betroffenen wächst und die Akzeptanz und Erwartungshaltung der Kunden steigt mit. Das Screening auf ein Trockenes Auge ist ein passendes Beispiel für die Dienstleistungsmentalität in der Augenoptik und Optometrie – ein neues Tätigkeitsfeld und eine mögliche Spezialisierung mit Zukunft!

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Allzweckwaffe: Tränenersatzmittel

Lösungen und geeignete Hilfsmittel bei einem Trockenen Auge zu finden, ist eine äußerst schwierige Aufgabe. Eine, die häufig in Zusammenarbeit mit einem Augenarzt gelöst werden muss, der ohnehin hinzugezogen werden sollte, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen und eine exakte Abgrenzung gegenüber eventuell vorhandenen anderen Erkrankungen der Augenoberfläche abklären zu lassen.

Klagt ein Kunde erst seit Kurzem über Symptome eines Trockenen Auges, dann kann dafür zum Beispiel ein Medikament verantwortlich sein, das erst seit geraumer Zeit eingenommen wird. Genauso gut sind manchmal veränderte Lebensumstände ursächlich, die es zu bestimmen gilt. Letztlich sollten wenn möglich immer alle Umstände identifiziert und anschließend beseitigt werden, die zur Entstehung eines Trockenen Auges führen können. Augenoptiker und Optometristen sollten in ihrer Beratung nicht zögern, ihren Kunden ein paar grundsätzliche Tipps wie die folgenden mit auf den Weg zu geben:

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  • Büroarbeit am offenen Fenster ist für die Augen besser als eine Klimaanlage, Raumbefeuchter können eine Alternative darstellen
  • Bei der konzentrierten Bildschirmarbeit sollte vermehrt geblinzelt werden. Die 20-20-20-Regel verschafft den Augen nötige Pausen, sie besagt: alle 20 Minuten für 20 Sekunden lang in 20 Fuß (in die Ferne!) blicken
  • Vor allem in trockener Umgebung sollte darauf geachtet werden, viel zu trinken, beispielsweise in klimatisierten Räumen, in Flugzeuge oder Zügen
  • Rauchen (aktiv und passiv) wirkt sich direkt auf die Tränenfilmstabilität aus
  • Ventilatoren oder das Gebläse im Auto sollten niemals direkt aufs Gesicht und damit auf die Augen gerichtet werden
  • Frauen sollten auf Ihre Kosmetikprodukte achten, was nicht zuletzt im Rahmen der Beratung zur Lidrandpflege angesprochen wird. Die Kosmetikprodukte müssen reizarm und gut verträglich sein, denn andernfalls können sie wie Hautfett den Tränenfilm irritieren
  • Natürlich sind nicht zuletzt für unterschiedliche Sehsituationen unterschiedliche Sehhilfen hilfreich, mindestens bei Bildschirmarbeit eine entsprechende Bildschirmbrille

Diese Tipps für das Wohlbefinden der Augen sind für Augenspezialisten nichts Neues, aber vielen Kunden sind sie nicht bekannt. Häufig helfen sie bereits, andere Maßnahmen unterstützen – aber in mindestens so vielen Fällen reichen sie nicht aus, um die Beschwerden zu mindern. Ein Trockenes Auge ist häufig keine akute Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine „Neigung“, die gerade deswegen einen chronischen Verlauf nehmen kann. Häufig kann den Betroffenen bereits mit Tränenersatzmitteln geholfen werden – manchmal auch dauerhaft. Die bestenfalls konservierungsmittelfreien künstlichen Tränen beheben die Benetzungsstörung der Augenoberfläche und verbessern die Qualität des Tränenfilms. Manchmal aber helfen auch sie nicht, etwa wenn die Erwartungshaltung des Kunden zu hoch oder aber die Benetzungsstörung schlichtweg zu massiv ist, um sie mit Tropfen in den Griff bekommen zu können.

Bei einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion stehen die Lidrandpflege und -hygiene im Vordergrund. Warme, feuchte Kompressen und eine gewissenhafte Lidrandreinigung können die Beschwerden mildern. Grundsätzliche Hinweise zur Pflege der Augenlider oder zu Fragen der Kosmetik sind häufig weitere erste Schritte zur Linderung der Probleme, Tränenersatzmittel können das ergänzen. Zusätzlich können eventuell Fettzusätze als Tropfen, Gel oder Spray eingesetzt werden, um den gestörten Ölfilm des Tränenfilms zu stabilisieren. Mitunter kann das auch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren erreichen.

Eine recht neue Möglichkeit, einem Trockenen Auge vorzubeugen, ergibt sich durch den Einsatz von “Pulslichtgeräten“, die die Nerven der Meibom Drüsen anregen und somit die Qualität des Tränenfilms stärken sollen. Diese schmerzfreie Stimulation ist nicht-Invasiv, die Augen werden bei der jährlich zu wiederholenden Behandlung mit einer Schutzbrille abgedeckt.

Spätestens aber und immer bei schwereren Verlaufsformen muss der Augenarzt die Therapie übernehmen, da möglicherweise spezielle antientzündliche Therapien nötig sein können oder andere medikamentöse Mittel Abhilfe versprechen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die verfügbare Tränenmenge zu erhöhen, indem zum Beispiel die Tränenabflusskanälchen verschlossen werden.

Auch wenn häufig Tränenersatzmittel zur subjektiv besten Linderung des Trockenen Auges führen, sollten andere Möglichkeiten und zusätzliche Maßnahmen in die Beratung einbezogen werden. So diffus wie manche Kundenleiden bei Trockenen Augen, so vielfältig sind die Lösungswege. Deswegen ist das Erkennen eines Trockenen Auges samt Ursachenbestimmung der Probleme so immens wichtig.

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MYAH ist das perfekte Instrument zur Kombination von Screenings für Myopie und Trockenes Auge. Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne.

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